Hühnerei? Rotwein? Wie kommt denn sowas? Das ist doch absurd!
Dachten wir uns ... und so habe ich mal Google angeworfen und bin zu folgenden Resultaten gekommen:
Das Winzerblog schreibt über das Weinschönungsmittel Eiklar.
Dort heißt es unter anderem:
Eiweiß wird eingesetzt zur Gerbstoff- und Trubbindung. Flüssiges Hühnereiweiß hat sich zur Behandlung von gerbstoffhaltigen Rotweinen bewährt. [...] Der behandelte Wein klärt sich bald. [...] In der Regel werden zur Schönung von 1hl Wein 2-3 Eiklar benötigt.
Die Deutschen Weinakademie informiert über neue Kennzeichnungspflichten: Allergene im Wein? Kennzeichnung allergener Zutaten und Inhaltsstoffe
# Kennzeichnungspflichtig werden die aus Ei gewonnenen Klärungsmittel Lysozym und Albumin.
# Kennzeichnungspflichtig werden danach auch Milch-(Casein)-Erzeugnisse, die als Klärungsmittel in Wein verwendet werden.
Fisch wird natürlich auch kennzeichnungspflichtig. Das Ganze gilt ab dem 1. Juni 2009.
Für das Winzerblog klingt das wie "Neues aus Absurdistan".
Wer die letzte Ausgabe des Fachmagazines Der Deutsche Weinbau gelesen hat, hat mit Erschrecken erfahren was sich die von der Leine gelassenen Beamten der EU an neuen Etikettierungsvorschriften ausgedacht haben.
So ist z.B. ein Warnhinweis vorgesehen, wenn ein Wein mit Eiklar geschönt wurde.
Ich hingegen finde es immer noch absurd, dass Hühnerei-Bestandteile im Wein drin sind. Und dass die bisher nicht kennzeichnungpflichtig waren, ist doch eigentlich noch absurder, oder?
Allerdings habe ich noch folgendes PDF gefunden: Schönungsmittel: Allergenes Potential? (ebenfalls von der Deutschen Weinakademie)
Hier wird über Tests berichtet, mit denen versucht wurde, rauszufinden, ob diese mit Eiweiß (und Milch und Fischprotein) geschönten Weine eine Reaktion bei Allergikern hervorrufen. Ergebnis:
Das Blut aller Fisch-, Milch- und Ei-Allergiker zeigte auf den mit Hausenblase (Fisch), Kasein (Milch) und Albumin (Hühnerei) geschönten Wein keinerlei allergische Reaktionen. Damit liegen keine Hinweise auf das Auslösen einer allergischen Reaktion durch Eiweiß geschönte Weine vor.
Tja, was nun? Ich bin ja dafür, dass alles draufsteht, was drin ist. Schließlich sind meine IgG4-Dingens auch keine "richtigen" Allergien, mein Körper reagiert aber dennoch darauf. Also je besser wir bescheid wissen, was drin ist, desto einfacher wird das Leben für Allergiker und ähnliche Menschen.


Im Grunde genommen handelt es sich um eine deklarierung eines Verfahrens, aber nicht um deklarierung von Inhaltsstoffen.
Ja ich finde es bescheuert das ich die natürliche Substanz Hühnerei deklarieren muss, aber viele andere Substanzen Bedenkenlos einsetzen darf? Das Ei ist nicht anders zu betrachten wie jedes andere Mittel das in diesem komplexen Prozess der Weinbereitung zum Einsatz kommt aber niemals hinterfragt wird.
Warum ist es nicht möglich das ein Hühnereiallergiker seinen Winzer einfach fragt ob der Wein mit Ei behandelt wurde oder nicht? Ging doch bisher auch?
generell ist es einem allergiker oft wurst, ob ein inhaltsstoff "natürlich" ist oder nicht, denn das kommt es nur drauf an, ob man es essen darf oder nicht. und bei mir sind zb. eher die natürlichen sachen, die ich nicht darf.
natürlich kann ein allergiker seinen winzer fragen, aber dann könnte er theoretisch nie in einem lokal wein trinken. ;)
aber gemäß dieser studie scheint das mit dem ei ja sowieso kaum ein problem zu sein.
"Das Produkt kann Spuren von Milch, Eier, Sellerie, Nüssen etc." enthalten.
Ein typischer Fall von Gutmenschentum@Work: Hilfreich gemeint und in der Ausführung erreicht es genau das Gegenteil des Gewünschten. Denn mittlerweile stehen diese "Inhaltsangaben" aus Haftungsausschlußgründen fast überall drauf. Mit der Folge, daß ich solche Sachen nicht mehr kaufen kann, auch wenn das Produkt an sich diese überhaupt nicht enthält. Aber sicher ist ja sicher.... :(
Scheinbar gibt es in den Rechtsabteilungen niemanden, der selbst an Nahrungsmittelunverträglichkeiten leidet. Da hilft letztlich nur alles selber machen. Sigh